Prof. Dr. Martin Mittwede (D)

Prof. Dr. Martin Mittwede (D)

Indologe und Religionswissenschaftler
Prof. Dr. Martin Mittwede ist Studienleiter des Studiengangs Master of Science in Ayurveda-Medizin an der Europäischen Akademie für Ayurveda. Der Indologe und Religionswissenschaftler habilitierte bereits 1996 mit einem Forschungsprojekt über Ayurveda und besitzt langjährige Erfahrungen in der ärztlichen Fortbildung. Er lehrt außerdem an der Universität Frankfurt/Main und hat zahlreiche Arbeiten über die Ayurveda-Medizin veröffentlicht.

» Das ayurvedische Konzept der Srotas – Anatomie oder Energie?

Jahr: 2021

Srotas und viele Fragezeichen

Bereits seit vielen Jahrzehnten gibt es immer wieder Versuche, die Sanskrit-Fachbegriffe der Ayurveda-Medizin mit Begriffen der modernen Medizin zu übersetzen, bzw. sogar Konzepte des Ayurveda im Sinne der westlichen Medizin zu interpretieren oder mit Modellen der westlichen Medizin gleichzusetzen.

Die Motive dafür sind nachvollziehbar, man möchte der Ayurveda-Medizin angesichts der dominierenden westlichen Medizin mehr Geltung verleihen, möchte zeigen, dass bereits im Altertum moderne Erkenntnisse vorweggenommen wurden. Leider führen diese teilweise unsinnigen Versuche – Doshas werden beispielsweise mit Hormonen identifiziert – dazu, dass das Besondere ayurvedischen Denkens nicht verstanden wird und es zu gravierenden Fehlinterpretationen kommt.

Am Beispiel der Srotas werden Textstellen aus der Caraka-Samhita und der Sushruta-Samhita übersetzt, die zeigen, dass hinter diesem und den verwandten Begriffen komplexe Konzepte des Ayurveda stehen, die wahrscheinlich bis heute nicht richtig verstanden worden sind. Es ist wichtig, den klassischen Texten mit einer neuen Offenheit zu begegnen, scheinbar Sicheres und Selbstverständliches immer neu anzuzweifeln und zu hinterfragen.

Mit einem interdisziplinären Blick kann dann schrittweise erschlossen werden, in welche Richtung die Deutung gehen kann. Zu bedenken ist dabei, dass die Fachbegriffe des Ayurveda einerseits eindeutig definiert werden, andererseits aber in anderen Kontexten andere Bedeutungen – erweiterte oder variierte – besitzen können. Trotzdem müssen die Arbeitsdefinitionen sehr ernst genommen werden und dienen primär als erster Deutungsansatz.

So wurde für Srotas eine erste Spurensuche begonnen, die noch sehr rudimentär ist. Es tauchen mehr Fragen als Antworten auf. Auf der Reise ist es wichtig, dass der Blick des Ayurveda auf den Menschen immer von einem Hinschauen auf die Dynamik des Stoffwechsels geprägt ist. Anatomische Gegebenheiten sind für die klassischen Autoren weniger interessant und werden in den Texten nur kurz abgehandelt. Man möchte aber genau verstehen, wie die Lebensprozesse funktionieren, d.h. wie sich dynamische Veränderungen in der Zeit vollziehen. Dafür sind die Srotas wichtiger als gedacht.

Sattva Bala – ayurvedische Maßnahmen für die seelische Stabilität

Jahr: 2020
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Passen die Gunas noch für moderne Lebensmittel?

Jahr: 2020
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Interpretation klassischer Ayurveda-Quellen vor dem Hintergrund moderner Medizin

Jahr: 2018
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Infotreffen zum Studium der Ayurveda-Medizin an der Europäischen Akademie für Ayurveda

Jahr: 2018
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» Ayurveda und Salutogenese – Ressourcen für die Gesundheit nutzen

Jahr: 2017

Ayurveda und Salutogenese – Ressourcen für die Gesundheit nutzen
Prof. Dr. Martin Mittwede
Der Ayurveda kann nicht nur als ein traditionelles Medizinsystem sondern auch als ein Gesundheitssystem verstanden werden, welches dem Menschen helfen will, gar nicht erst krank zu werden. Der Sanskritbegriff für Gesundheit lautet „svasthya“, wörtlich übersetzt bedeutet dies „Ruhen im Selbst“. Gesundheit ist in diesem Sinne ein funktionierender Selbstbezug, eine Situation, in der der Mensch sich mit sich selbst im Einklang weiß. Dazu gehören eine Kenntnis der eigenen Konstitution mit ihren Stärken und Schwächen und die Bejahung dieses individuellen Soseins.

Gesundheitliche Ressourcen im Alltag zu nutzen stellt aus ayurvedischer Sicht ein wichtiges Kriterium für die Erhaltung der Gesundheit dar. Im Zentrum einer ayurvedischen Gesundheitsbildung steht die bewusste Wahrnehmung, die Sensibilität für die vielfältigen Einflüsse, die das Gleichgewicht der Lebenskräfte fördern oder stören. Hierfür lassen sich keine allgemeine Regeln aufstellen, da immer neue Kombinationen von Einflüssen vorliegen. Basis einer bewussten Wahrnehmung ist die Entwicklung von Selbsterkenntnis und Offenheit für äußere und innere Prozesse. Hierfür wurden viele Ansätze entwickelt, die im täglichen Leben eingesetzt werden können. Diese werden im Vortrag thematisiert.

Allen Aktivitäten des Lebens sollte das richtige Maß innewohnen, welches von den ayurvedischen Ärzten wiederum nicht allgemein, sondern immer im Hinblick auf die einzelne Person und ihre aktuelle Situation definiert wird. So ist beim Essen die richtige Menge die, die man, ohne sich schwer und belastet zu fühlen, verzehren kann. Diese kann sich bei einer einzelnen Person innerhalb von wenigen Stunden verändern, z.B. kann bedingt durch Stress und Anspannung oder durch emotionale Belastungen die Verdauungsfähigkeit drastisch reduziert sein.

Die Salutogenese nach Aaron Antonovsky analysiert, wie Gesundheit erhalten werden kann. Im Zentrum dieses Modells steht das Kohärenzgefühl, welches die Widerstandsressourcen eines Menschen erfasst. Salutogenese ist ein wissenschaftlicher Ansatz in der Medizin, die den Fokus darauf legt, welche Ressourcen bei einem Menschen helfen können, Gesundheit zu bewahren oder sogar wiederherzustellen – im Gegensatz zur dominierenden physisch-pathologischen Betrachtungsweise. Dafür muss der Mensch als Ganzes betrachtet werden – und darf nicht auf rein körperliche Prozesse reduziert werden. Gesundheit ist im Kontext der Salutogenese und auch des Ayurveda ein Prozess, der durch dynamische Wechselwirkungen beeinflusst wird.

Das Selbst als Ressource der Gesundheit – spirituelle Dimensionen des Ayurveda

Jahr: 2016
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Psychosomatik in der ayurvedischen Diagnostik

Jahr: 2019
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