Dr. med. Kalyani Nagersheth (D)

Dr. med. Kalyani Nagersheth (D)

Fachärztin für Physikalische und Rehabilitative Medizin, ärztliche Psychotherapeutin
Dr. med. Kalyani Nagersheth ist seit dem Jahr 2000 als Ayurveda-Ärztin tätig und leitete die Ayurveda-Abteilung an der Habichtswald-Klinik, Kassel. Heute leitet sie ihre eigene Praxis für Ayurveda-Medizin in Frankfurt. Außerdem übernimmt sie die ärztliche Leitung von Panchakarma-Kuren im Rosenberg Ayurveda Gesundheits- und Kurzentrum. Eines ihrer Spezialgebiete ist die westliche und ayurvedische Phythotherapie. Sie ist Buchautorin und verfügt über langjährige Erfahrung als Dozentin für ayurvedische Heilkunde.

» Einheimische Pflanzen ayurvedisch kategorisieren

Einheimische Pflanzen ayurvedisch kategorisieren
Dr. med. Kalyani Nagersheth
Die Idee zu dieser Arbeit ist entstanden, da für allopathisch ausgebildete Ärzte in Deutschland, die āyurvedische Medizin praktizieren, Überschneidungen, aber auch Differenzen auffallen. So werden zum Beispiel in der āyurvedischen Medizin Dillsamen besonders bei Dysmenorrhoe empfohlen, in der westlichen Praxis haben sie sich jedoch als völlig wirkungslos bei dieser Indikation erwiesen. Eine Veröffentlichung (Schmidt S, Melzig MF. Anethum graveolens L. – Der Dill. Zeitschrift für Phytotherapie 2013; 34: 249 -254), klärt dieses Missverhältnis auf: beim indischen Dill handelt es sich um Anethum graveolens sowa, beim Europäischen Dill um Anethum graveolens graveolens. Die beiden Unterarten unterscheiden sich in der Zusammensetzung des ätherischen Öls in den Früchten, welches für die spasmolytische Wirkung zuständig ist. Dies lässt den Rückschluss zu, dass nicht bei allen Pflanzen die āyurvedischen Indikationen auch in Europa gelten.
Andere Beispiele finden sich für Pflanzen, die zur selben Art gehören, aber in Indien und Europa völlig unterschiedliche Indikationen haben. So beispielsweise Vitex agnus castus (in Europa in der Gynäkologie relevant) und Vitex negundo (im Āyurveda zur Schmerztherapie eingesetzt).

Āyurvedische Klassifizierung der Pflanzen
Im Āyurveda werden alle Substanzen nach rasa (Geschmack), guņa (Eigenschaft), vīrya (thermischer Potenz) und vipāka (Wirkung nach der Verdauung – systemische Wirkung) kategorisiert. Nun sind die einheimischen Pflanzen nicht nach diesem System kategorisiert. Daher muss man sich anders behelfen. Der Geschmack (rasa) ist meist gut wahrnehmbar. Allerdings sind Pflanzen Vielstoffgemische und haben daher oft mehrere Geschmacksrichtung nebeneinander vorliegen. Hier wird eingeteilt in dominant und Nebengeschmack. Auch die Eigenschaften (guņa) sind manchmal deutlich wahrnehmbar, z. B. ist eine Beinwellwurzel sehr schleimig. Bei der Bestimmung der Eigenschaften sind aber auch die Inhaltsstoffe der Pflanzen hilfreich, z. B. sind Gerbstoffe immer trocknend, Schleimstoffe immer schleimig usw. Die thermische Potenz (vīrya) wird nach der Einnahme der Pflanze spürbar, es wird dem Menschen heiß oder kalt. Um dies deutlich zu spüren, ist jedoch eine hohe Dosis erforderlich. Es gibt nach der āyurvedischen Lehre Zusammenhänge zwischen rasa und vīrya, die diese Einteilung erleichtern: der saure, salzige und scharfe Geschmack bewirkt Hitze; der süße, bittere und zusammenziehende Geschmack bewirkt Kälte. Natürlich gibt es Ausnahmen, welche auf Erfahrungswerten beruhen. Ähnlich lässt sich die Wirkung nach der Verdauung (vipāka) zuordnen: der süße und salzige Geschmack bilden einen „süßen“ vipāka; der saure Geschmack bleibt „sauer“; der scharfe, bittere und zusammenziehende Geschmack wirken nach der Verdauung „scharf“.

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