Dr. Manish Patel (IND)

Dr. Manish Patel (IND)

Ayurveda-Mediziner
Manish Patel MD, PhD in Kayachikitsa, arbeitet als Professor und Leiter der postgradualen Abteilung für Kayachikitsa, J. S. Ayurveda College, Nadiad, Indien, und arbeitet dort eng mit Prof. Dr. S.N. Gupta zusammen. Er verfügt über mehr als 20 Jahre klinische Erfahrung und ist seit 2007 in der Lehre aktiv. Unter anderem gibt er praktisches/klinisches Training für Studierende der Europäischen Akademie für Ayurveda sowie anderer Institutionen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Zahlreiche Publikationen über seine Forschungen auf Gebieten, die in der ayurvedischen klinischen Forschung nur vereinzelt vorhanden waren, wie z.B. chronisches Nierenversagen, nephrotisches Syndrom, Leberzirrhose, Colitis ulcerosa, diabetische Neuropathie und Parkinsonismus.

» Krankheitsfaktor Kleda

Jahr: 2021

Kleda ist ein Körperbestandteil mit physiologischer, pathologischer und therapeutischer Bedeutung. Es hat in verschiedenen Zusammenhängen unterschiedliche Bedeutungen. Den Texten zufolge ist Kleda ein Faktor, der für Feuchtigkeit verantwortlich ist. Es kann also als Wasser im Körper betrachtet werden, das in verschiedenen Formen vorhanden ist. Im allgemeinen ist Wasser (udaka) ein Feuchthaltemittel. Kleda und udaka können synonym sein, aber wenn Wasser eine bestimmte Funktion von kledana (Befeuchten, Benetzen oder Verflüssigen) erfüllt, dann ist es als Kleda bekannt. Wasser, das aus dem Verdauungskanal absorbiert wird und in verschiedenen Körperkompartimenten verbleibt, ist Udaka. Der Übergangsanteil, der das Gewebe befeuchtet, ist Kleda. Der Transport von Elektrolyten, Nährstoffen und Abfallprodukten auf zellulärer Ebene ist auf diese Funktion zurückzuführen. Daher ist es die Feuchtigkeit, die für die Wiederauffüllung und Ernährung jedes Dhātu nützlich ist. Die Bedeutung von Kleda als Wasser im Körper ist wohlbekannt. Kleda wird als einer der wesentlichen Faktoren für die Verdauung der Nahrung und den Stoffwechsel in den Geweben genannt.

Laut Ayurveda sind Mūtra und Sveda die Malas. Kleda wird durch Mutra ausgeschieden, während Sveda es in den Körpergeweben festhält. Somit ist der Status von Kleda, Sveda und Mūtra voneinander abhängig. Wenn Kleda der Wasseranteil ist, dann ist in diesem Zusammenhang sveda der gelöste Anteil im Schweiß und Mūtra die gelösten Stoffe im Urin. Daher kann der in den Ayurveda-Klassikern erwähnte Begriff „Mūtra“ als die gelösten Stoffe im Urin wie Kreatinin, Harnsäure, Elektrolyte, Harnstoff und andere stickstoffhaltige Abfallstoffe betrachtet werden. In ähnlicher Weise kann Sveda als hauptsächlich Natrium, Chlor und andere Abfallstoffe im Schweiß betrachtet werden. Es wird davon ausgegangen, dass Sveda (die festen Bestandteile des Schweißes) Kleda zurückhält, während Mūtra (gelöste Stoffe im Urin) ausgeschieden wird. Dieses Konzept wird bei der Behandlung praktisch angewandt.

In den Klassikern wird das Wort „Kleda“ auch für Absonderungen oder Nässen aus Wunden oder Hautläsionen als Symptom bei verschiedenen Erkrankungen verwendet. Da bei Diabetes übermäßiger Urin ein wichtiges Merkmal ist, wird Kleda als eines der Dūṣyas betrachtet. Exsudate, bei denen es sich um Entzündungsprodukte handelt, kommen auch bei Hautkrankheiten vor (Kuṣṭha und Visarpa), daher wird Kleda auch bei diesen klinischen Zuständen als Dūṣya betrachtet. Ein Übermaß an Kleda unterdrückt das Agni (Faktor, der für Verdauung und Stoffwechsel verantwortlich ist), behindert die Srotas und verursacht verschiedene Störungen. Mūtrala auṣadha, Apatarpaṇa in Form von Rukṣaṇa, Soṣaṇa oder Saṁśodhana sind die wichtigsten Behandlungsmethoden, um das Kleda zu reduzieren und zu korrigieren.

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